Pastor

Monatsspruch April

1.Petrus 2,9 „Ihr aber seid das erwählte Volk, das Haus des Königs, die Priesterschaft, das heilige Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr seine machtvollen Taten verkündet.“

 

Ich erinnere mich sehr gut an einen Künstler, mit dem wir auf einem Gemeindewochenende gemeinsam ein Gemeindemosaik entwickelt und gestaltet haben. Der Künstler erzählte uns nebenbei, wie er schon einmal so etwas Ähnliches mit Kindern und Erwachsenen gemacht hatte. Als er später ein Kind traf, dass damals auch einen Stein eingefügt hatte, sagte das Kind zu ihm (nicht umgekehrt): „Weißt du noch, wie wir beide das Bild gemacht haben?“ Es war das Bild des Kindes, auch wenn es nur einen ganz kleinen Teil dazu beigetragen hatte. Dieses Selbstverständnis des Kindes hilft mir, den etwas sperrigen Monatsspruch zu verstehen. Wir gehören zu Gott. Das ist kein Zufall. Wir sind Gott wichtig. Genauso wie das Kind nur ein bisschen dazu beigetragen hat, aber es trotzdem „sein“ Bild ist, so sind auch wir bei Gott einzigartig und wertvoll. Die Übersetzung „Haus des Königs“ finde ich bemerkenswert. Darin klingt das Bild an, das nur wenige Verse zuvor beschrieben wurde: Jesus, der von den „Bauleuten“ verworfen wurde, wurde zum Schlussstein. Christus wurde verkannt und dennoch zum wichtigsten Stein im Bogen. So sind auch wir ein wichtiger Teil im Haus Gottes. Nicht die Kirche oder ein modernes Gemeindezentrum sind das Haus Gottes. Auch der schönste Gottesdienstraum kommt nicht an uns heran. Wir Menschen, mit unserem Glauben bilden Gottes Haus. Auch der am weitesten sichtbare Kirchturm kommt nicht an unsere Glaubensstrahlkraft heran. So wie wir uns mit Gott und dem Glauben identifizieren, so bezeugen wir Gottes Liebe für die Menschen. Und dazu sind wir berufen. Ob bei einer Demonstration für eine Willkommenskultur in Deutschland und gegen rechte Angstmacherei, ob bei dem Seminar Fresh X in der KiC und der Suche nach „neuen Ausdrucksformen von Kirche“ oder beim Gemeindetag der Lindenkirche und dem Fragen nach der Zukunft der Gemeinde, unser Auftrag ist, unseren Mitmenschen von Gottes Taten der Liebe zu erzählen. Wir sind selbst Beschenkte und dürfen Teil des Hauses Gottes sein. Das stellt uns aber auch immer neu vor die Frage: Wie stehen wir in der Öffentlichkeit zu unserer Identität? Wem bekennen wir Gottes Hilfe, die wir erfahren haben?

Eine österliche Zeit wünscht Ihr Pastor Andreas Fahnert