Fahner Andreas 2016-04

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Monatsspruch Juni Apg 5,29

Liebe Leserin und Leser,

Einer der berühmtesten Sätze Martin Luthers lautet: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Er war von der Kirchenleitung aufgefordert, seine neuen Thesen zu verwerfen, die der damaligen Lehre und vor allem Praxis der Kirche widersprachen. Er tat es nicht, obwohl er wusste, dass er dafür im Kerker landen oder ihm noch schlimmeres blühen konnte. Das imponierte mir schon immer. Er folgte seinem Glauben und seinem Gewissen.“ Gott mehr gehorchen als den Menschen“, fordert uns der Monatsspruch Juni heraus. 1500 Jahre vor Luther sagten es schon die Apostel den Machthabern ins Gesicht. Heutzutage kann ich der Aufforderung nicht wie früher ungesehen zustimmen. Selbstmordattentäter z.B., die den muslimischen Glauben missbrauchen und mit ihren Taten in den Schmutz ziehen, lassen an solchen Aufforderungen zweifeln. Ist es nicht auch manches Mal fraglich, was wirklich Gottes Wille ist? Zweifel sind angebracht. Dennoch, wir brauchen immer wieder solche Zeugen des Glaubens. Sie machen uns Mut, uns nicht ständig anzupassen oder faule Kompromisse einzugehen. Aber ich stelle noch eine Frage neben den Monatsspruch: „Was würde Jesus tun?“ Ein unter jungen Menschen verbreiteter Satz, der deutlich macht, dass der Zweck eben nicht jedes Mittel heiligt. Jesus ging seinen Weg der Liebe konsequent im Frieden. „Hier stehe ich“ beginnt ganz klein: Nicht schweigen, wenn jemand gemoppt wird. Bei einem diskriminierenden Witz laut sagen, dass das menschenfeindlich ist. Sich verweigern, wenn hinter dem Rücken gelästert wird. Oft war es nicht angenehm, wenn ich es wagte, zu widerstehen. Doch ich spürte auch, dass Gott dann Kraft schenkt. (Leider nicht im Voraus.)

Ein Geist-reiches Pfingstfest wünscht Ihnen

Pastor Andreas Fahnert