Monatsspruch Juli: Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. Apg 17,27+28


Liebe Leserin, lieber Leser,


in der DDR gab es in den achtziger Jahren eine neue Maßeinheit: 1 Jähn. Das ist die „exakte“ Entfernung von einer Straßenlaterne zu nächsten. Denn auf jeder war das Gesicht von Siegmund Jähn zu sehen, nachdem er als erster Kosmonaut der DDR im Weltraum war…. Ihr habt es gemerkt: ein alter Witz. Das Maß, das heute in aller Munde ist, lautet 1,50 m. Was bedeutet nun genauer: „Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns…“? In meinem Kopf schwirren die Gedanken und Gefühle: Was bedeutet das beim Abschied von einem lieben Menschen, der weggeht oder für immer gegangen ist? Was heißt das bei den Reisen, die nun wieder unternommen werden können – mit oder zur Familie? Wie erfahren es die jungen Menschen, die etwas unternehmen wollen z.B. bei Freizeiten? Wie erfahren es Menschen, die in diesen Tagen zu etwas Neuem aufbrechen, beruflich, bei einem Umzug oder in eine Beziehung?
„Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ Ein schöner Dreiklang ist die Antwort. Nicht sehr konkret, aber Paulus möchte in seiner Rede die Zuhörenden gewiss machen: Gott ist mit dir! Gott hat uns geschaffen, Gott begleitet uns auf unserem Weg, ja Gott umgibt uns. Sei zuversichtlich, sei beruhigt. Und wenn du gerade das Gefühl hast, da ist aber 1,50 m Abstand zwischen Gott und mir oder gar „1 Jähn“, weil du Gott nicht fühlst, dann suche doch ganz bewusst den Kontakt. Wo du auch bist, halte kurz inne, höre in dich, öffne dich für Gott oder sprich ein vertrautes Gebet. Gott hört es, Gott ist nicht fern.
Das Schöne an dem Satz ist, der Zuspruch gilt nicht nur mir und denen, die ich kenne und mag. Er gilt auch den anderen. Das veranlasst mich, sie aus einem anderen Blickwinkel zu sehen: gelassener, neugierig und auch respektvoll.
Ich wünsche euch, dass Gottes Nähe in den kommenden Wochen konkret wird, nicht zuletzt in mehr Nähe zu und Begegnungen mit anderen Menschen,
euer Pastor Andreas Fahnert