„Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ Lukas 19,40 Monatsspruch März


Liebe Freudinnen und Freunde der KiC,


„Stolpersteine“ heißen die kleinen Pflastersteine auf Bürgersteigen, auf deren Metallfläche Namen und Lebensdaten vertriebener oder ermordeter jüdischer Mitbürger*innen eingraviert sind. Sie erinnern an Menschen, die dort gelebt haben und dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Diese Steine reden, sie laden uns zum Gedenken ein. Jesus behauptet im Monatsspruch März, dass Steine sogar schreien können – eine Anspielung auf die Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. Deren Ruinen sprechen ihre eigene Sprache.
Lukas erzählt in dem Abschnitt, dass Jesu Schülerinnen und Schüler der Mund verboten werden soll. Darum Christi Protestwort. Immer wieder wurden in der Geschichte Menschen zum Schweigen gebracht. Aber die Wahrheit kommt dennoch zum Vorschein. Manches Unrecht, das geschieht, schreit zum Himmel. Verschweigen, Vertuschen, alternative Fakten nutzen letztlich nichts.
Auch Christinnen und Christen wurden und werden wegen ihres Glaubens bedroht. Doch die Hoffnung einer neuen Welt Gottes ist mit Jesus geboren. Und erst recht nach seinem Tod wurde diese Hoffnung groß und machtvoll:
Auferstehung - inmitten einer gewaltvollen Welt der Glaube an ein friedvolles Miteinander.
Transformation – unter einer menschenverachtenden Übermacht das Vertrauen in ein liebevolles, ohnmächtiges Aushalten.
Befreiung – in einer bedrohten Umwelt die Zuversicht leben, die Schöpfung zu bewahren.
In diesen Wochen bedenken wir den Weg der leidenschaftlichen Liebe zu Gott, also die Passion Jesu. Möge dieser Weg uns Mut machen, unseren Mund nicht zu halten, wenn wir in dieser Zeit nach Hoffnung gefragt werden. Geben wir die Verantwortung nicht zu schnell an die Steine ab.
Bleiben Sie behütet und achten Sie aufeinander,
Pastor Andreas Fahnert