Liebe Leserin, lieber Leser,
neulich erklärte mir ein Kind, wie Gott mit einem Feuerwehrhubschrauber beschützt wird. Das ist nämlich wichtig, erklärte mir der junge Mann, wenn jemand versucht, Gott mit Feuer anzugreifen. Dann kommt der Hubschrauber und löscht das Feuer. Unser theologisches Gespräch fand beim Gemeindewochenende statt, zu dem ich meinen „Gotteskoffer“ mitgebracht hatte. In dem Koffer befinden sich lauter verschiedene Gegenstände, mit denen wir Gott beschreiben können: „Gott ist wie…“. Die Bibel ist voller Bilder und Symbole für Gottes Eigenschaften, über 30 Bilder allein aus den Psalmen befinden sich in dem Gotteskoffer. Der junge Mann hatte als Erstes eine Burg genommen, weil sie Schutz bietet. Dann kam eine Schatztruhe, weil Gott ja ein König sei und Könige haben auch einen Schatz. Erst danach kam der Feuerwehrhubschrauber. Hätte er noch mehr Zeit gehabt, so wäre noch ein Schild dazu gekommen, erzählte er mir. Psalm 91 beginnt mit: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt…Meine Zuversicht und meine Burg… Seine Wahrheit ist Schirm und Schild…“ Ich hatte dem Jungen nicht nur interessiert zugehört, weil ich die biblischen Bilder darin entdeckte. Unsere Bilder haben mit unseren Erfahrungen und auch mit unseren Sehnsüchten zu tun. In mir brachte es etwas zum Schwingen, weil ich selbst Gott in meinem Leben als Schutz erfahren habe. Ich fühle mich oft sicher und geborgen bei Gott.
Mich inspirierte noch ein anderes Bild an diesem Wochenende sehr. Eine Teilnehmerin hatte sich ein Pferd ausgesucht. Mit Pferden selbst verbindet mich wenig. Doch sie sprach davon, wie schön das Reiten sei. Auf dem Rücken des Pferdes sein, durch die Natur reiten – all das bedeutete für sie Freiheit. Und das hat mit Gott zu tun. Da fand ich mich ebenso wieder. Das Gefühl, frei zu sein, habe ich schon oft durch den Glauben erfahren. Gott schenkt mir eine innere Freiheit. In unserem Gruppengespräch wurden aber auch schmerzhafte Erfahrungen geteilt. Ich war sehr dankbar für das große Vertrauen, das damit gezeigt wurde. Und die Gruppe trug das Schwere mit, als anteilnehmend zuhörte.
Bei einer Andacht wurde ein Sonnenschirm in Anlehnung an Psalm 91 aufgespannt. Für mich waren die ganzen Tage wie „unter dem Schirm des Höchsten sitzen“: die vertraute und fröhliche Gemeinschaft, das Musizieren und Singen und das Teilen von Glaubenserfahrungen. Ich fühlte mich beschirmt…
und bin bestärkt darin, wie gut es uns tut, wenn wir einander vom Glauben erzählen – Schönes wie Schweres.
Pastor Andreas Fahnert