Fahner Andreas 2016-04

Andacht Februar

Wie leicht fällt es Ihnen zu entrümpeln? Ich staune immer wieder, wie viel Zeugs man so im Laufe der Zeit ansammelt. Von manchem mag man sich noch nicht trennen, obwohl man es eigentlich nicht mehr benutzt. Aber wer weiß, eines Tages braucht man es vielleicht doch … Also erst mal in die Abstellkammer oder in den Keller damit! Tja, und so stapeln sich die Kisten und Kartons, bis irgendwann jedes Regal und jede Ecke voll ist. „Man müsste mal wieder ausmisten!“ Jedes Mal, wenn man in den Keller geht, mahnt einen das schlechte Gewissen. Und wenn man sich dann endlich die Zeit nimmt und Tabula Rasa macht, ist das doch ein herrliches Gefühl: endlich wieder Platz!
Die vor uns liegende Fastenzeit lädt uns ein, Tabula Rasa in unserer Seele zu machen. Denn auch da sammeln sich gern Dinge an, die man eigentlich nicht mehr braucht oder die einem im Wege sind. Das Fasten hat eine jahrhundertelange Tradition und ist letztlich eine religiöse Praxis des Neuwerdens. Es will uns helfen, innere Freiräume zu schaffen und somit auch Platz für Gott zu machen. Indem ich eine Zeit lang auf bestimmte Dinge verzichte (wie z.B. Kaffee, Schokolade, Fernsehen etc.), überdenke ich meine Gewohnheiten, werde mir vielleicht auch mancher Abhängigkeiten bewusst, übe ein neues Verhalten ein. Vielleicht überlege ich mir, was ich Gutes tun könnte mit dem Geld, dass ich sonst für Süßes ausgebe. Oder dass ich die Zeit, die ich sonst vorm Fernseher verbringe, mal wieder nutze, um jemanden anzurufen oder einen Brief zu schreiben oder ein Buch zu lesen. Auf Dinge verzichten, die sonst viel unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit oder unser Geld beanspruchen, mit denen wir uns sonst gern „vollstopfen“, ist ein bisschen wie das Ausmisten der Rumpelkammer! Auf einmal ist da wieder Platz für neue Begegnungen – auch mit Gott! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Fastenzeit!
Ihre Maren Herrendörfer