Fahner Andreas 2016-04

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochen lassen mich die Beschlüsse der Generalkonferenz in St. Louis (USA) und die Art und Weise des Zustandekommens nicht zur Ruhe kommen. Ich weise zunächst auf den Brief des Kirchenvorstandes als Beilage. (Er wurde auch in den Gemeinden verteilt und ist auch unter www.emk.de zu finden.) Die (weltweite) Generalkonferenz hatte getagt und einen Beschluss gefasst, den unser Kirchenvorstand in Deutschland nicht akzeptiert. Denn die Kirche ist in Umgang mit Homosexualität gespalten und der Kirchenvorstand lädt alle Kirchenglieder und Freunde zu Runden Tischen ein, um die Einheit zu bewahren.

Alle Schwulen und Lesben grüße ich mit den Worten des Bischofs in der Kirchenzeitung „unterwegs“ vom 17. März: „Liebe Schwestern und Brüder, die Ihr durch die Entscheidung und die Art und Weise der Beratung der Generalkonferenz unmittelbar als Person betroffen seid! Euch wurde erneut großer Schmerz zugefügt. Ich leide mit Euch und bin tief traurig. Bei vielen von Euch ist die Geduld auf eine sehr harte Probe gestellt. – Ich bin Euer Bischof und setze mich für Euch ein. Auch Euch bitte ich: bleibt bei uns! Wir brauchen Euch mit Euren Lebensgeschichten, Euren Gaben und Eurer Leidenschaft für Christus…“

Alle, die die Frage der Sexualität zu einer Wesensfrage der Kirche erklären möchten, grüße ich mit sehr alten Worten: „Gib mir deine Hand! Damit meine ich nicht: Teile meine Auffassung. Das brauchst du nicht. Ich erwarte und wünsche das nicht. Aber ebenso wenig meine ich: Ich will deine Auffassung teilen. Ich kann das nicht. Das hängt nicht von meinem Willen ab. Ich kann ebenso wenig willkürlich denken, als ich sehen und hören kann, was ich will. Behalte deine Auffassung. Ich will die meine behalten, und zwar so fest wie je. Du brauchst dir nicht einmal die Mühe zu geben, auf meine Seite herüber zu kommen oder mich auf deine Seite hinüber zu ziehen. Ich habe gar keine Lust, mich auf einen Streit mit dir einzulassen über diese Fragen oder darüber auch nur ein Wort zu hören und zu reden. Wir wollen alle Auffassungen auf der einen und der anderen Seite ruhig liegen lassen. Nur: Gib mir deine Hand!“ John Wesley (1703-1791)

Ich schließe mit einem letzten Zitat: „Wir müssen reden!“ schreibt unser Superintendent, Gabriel Straka, und lädt alle zu diesem Fragenkomplex am 10. April um 19.30 in die EmK Kreuzberg ein. Dem schließe ich mich an und wünsche Ihnen befreiende Momente durch die Botschaft von Ostern!

Ihr Pastor Andreas Fahnert